Wir stellen vor: Maja Rumberger
Seit Herbst 2025 verstärkt Maja Rumberger das Leitungsteam von T|S Young. Sie liebt ihren Job als Treuhand-Sachbearbeiterin und die damit verbundene Vielfalt – auch wenn ihr in den ersten Monaten ihrer Lehre selber nicht klar war, was sie da überhaupt treibt. Den Treuhandberuf für den Branchennachwuchs besser greifbar zumachen, gehört denn auch zu den wichtigsten Zielen ihres Engagements für T|S Young.
Zur Person
Maja Rumberger
Treuhandsachbearbeiterin, Aeberli Treuhand AG
Vorstandsmitglied T|S Young Sektion Zürich
Was fasziniert dich an deiner Tätigkeit als Treuhänderin?
Mir gefällt die Vielfalt der Arbeiten – vom Nachführen der Buchhaltung bis zur Abschlusserstellung inkl. Lohn/Personaladministration, Steuern usw. Das ganze Paket eben. Das Spannende ist, dass kein Kunde gleich ist: verschiedene Branchen, verschiedene Persönlichkeiten, unterschiedliche Ziele. Man kriegt vieles mit und kann sich natürlich auch privat eine Scheibe davon abschneiden. Je älter ich werde, desto mehr kommen auch Freunde und Bekannte auf mich zu und haben Fragen zu diversen Themen. Da bin ich auch jederzeit für Hilfe zu haben.
Würdest du jungen Menschen empfehlen, den Treuhandberuf zu ergreifen?
Ja! Es ist eine hervorragende Basis für die Zukunft. Selbst wenn du nach der Lehre nicht mehr im Treuhand arbeiten möchtest, kannst du sehr vieles mitnehmen. Egal, ob du später als Arbeitnehmer deine eigenen Lohnabrechnungen kontrollieren kannst, dich um deine Vorsorge und Steuerersparnis kümmerst oder als Arbeitgeber den Abschluss im Griff haben musst – all das erleben wir täglich im Büro und kümmern uns für unsere Kunden drum. Der berufliche Einstieg über die Treuhandbranche ist eine «günstige» Investition für deine Zukunft: Du startest heute mit deiner Treuhandlehre und in 15 Jahren, wenn du deine eigene Firma gründest, kannst du auf dein altes Netzwerk und Wissen im Treuhand zurückgreifen.
Welche persönlichen Erfahrungen hat deinen Entscheid für den Treuhandberuf geprägt?
Ich behaupte, meine Erfahrungen sind da etwas langweilig. Meine Schwester hat mich zur Berufsmesse gezerrt. Bei einer Treuhandfirma hat sie – weil sie selber ebenfalls im Treuhand arbeitet – für mich die Fragen gestellt. Geendet hat das Ganze mit einem Schnuppertag … Meine Ansprechperson, die später auch meine Ausbildnerin wurde, hat dafür gesorgt, dass dieser Schnuppertag mit verschiedensten Arbeiten gefüllt wird. So hatte ich einfach enorm Spass. Mir hat alles, was mir gezeigt wurde, gefallen. Daher habe ich mich, ohne gross weiterzusuchen, für eine Treuhandlehre entschieden.
Der Treuhandbranche fällt es schwer, Nachwuchs zu gewinnen. Welche Gründe siehst du dafür?
Um ehrlich zu sein, wusste ich in den ersten 3 – 4 Monaten auch nicht, wie ich meinen Beruf meinen Klassenkameraden erklären soll. Wir erstellen Steuererklärungen und Lohnabrechnungen, wir führen Buchhaltungen – kein 15-jähriger Lehrbeginner versteht, was das ist. Oder wie wichtig das werden kann. Also haben auch Oberstufenschüler kein Gefühl dafür. Ich glaube die Lücke liegt darin, dass in der Schule zu wenig auf das «Arbeits- und Erwachsenenleben» vorbereitet wird. Was sind Steuern? Was sind Versicherungen? Wie entsteht ein Arbeitsverhältnis? Wo melde ich mich, wenn ich Fragen zu diesen Themen habe? Welche Rechte und Pflichten habe ich als Angestellte, als Mieter usw. Solche Themen gehören meiner Meinung nach mindestens oberflächlich zum Schulstoff.
Wie erlebst du deine Arbeitsbelastung, und welche Rolle spielt für dich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben?
Wir haben unsere High- und Low-Season. Von Januar bis März da kommt die meiste Arbeit: Lohnmeldungen, die ersten Abschlüsse, Steuererklärungen. Diese Arbeiten ziehen sich meistens bis in den Frühling hin. Sobald das schöne Wetter kommt, nimmt auch die Arbeit etwas ab. Im Sommer ist es am ruhigsten. Alle machen Ferien, wir erhalten weniger Aufträge und können daher auch etwas herunterfahren und den Sommer geniessen. Ab Anfang/Mitte Herbst kommt dann wieder eine Welle mit den Kunden, denen eingefallen ist: «Ach ja, das müssen wir ja noch machen – und bis Ende Jahr abschliessen». Da ich kein Wintermensch bin, habe ich kein Problem, im kalten Halbjahr länger im Büro zu sitzen. Zugleich bin ich im Sommer froh, wenn ich früher Feierabend machen kann, um das Wetter zu geniessen oder in die Badi zu gehen.
Welche Strategien oder Gewohnheiten helfen dir, nach einem intensiven Arbeitstag abzuschalten?
Da verlasse ich mich ganz auf meine Laune. Grundsätzlich bin ich im Sommer sicher gerne draussen, um den Kopf zu lüften – Spazieren, Badi, Wochenendtrips. Im Winter decke ich mich auf dem Sofa mit heissem Kakao und Weihnachtsfilmen ein, kümmere mich um «Schlechtwetter»-Projekte zu Hause oder plane die nächsten Ferien an der Wärme. Eine All-Season-Strategie ist sicherlich auch ein neues Kochrezept, das ich ausprobieren möchte. Wichtig scheint mir, dass man sich Zeit für die eigenen Hobbies nimmt und einen Tapetenwechsel zum Büro hat.
In deiner Rolle bei T|S Young: Welche Ziele verfolgst du konkret, und mit welchen Ideen möchtest du andere junge Menschen für die Treuhandbranche gewinnen?
Ich möchte gerne das Angebot erweitern. Mehr allgemeine Treuhand-Infotage in die Berufswahl bringen. Denn die meisten wissen zum Beispiel, was eine Banklehre ist – weil es da viele Infotage und sonstige Veranstaltungen gibt. Auch die Treuhandbranche soll auf ein solches «Niveau» kommen, um gesehen zu werden. Social Media gehört hier ebenfalls vermehrt dazu. Das Thema Treuhand soll generell bekannter und auch für Quereinsteiger attraktiver werden.
Hast du auch eine Botschaft für die alten Hasen der Branche?
Gerade in einer Zeit, wo sich vieles verändert, muss unsere Branche mitziehen. Also: Senkt das Durchschnittsalter in den Firmen! Egal ob 2 Angestellte oder 500. Tauscht euch aus. Gebt den Jungen euer Wissen weiter, damit die Jungen die Transformation für euch machen oder selbst gestalten können. Hinterlasst eine Branche, in der die Jungen sich weiterentwickeln und entfalten können. Motiviert die Jungen sich weiterzubilden und langfristig im Treuhand bleiben zu wollen.